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Mallorca, Balearen

Geografie von Mallorca


Mallorca ist mit 3620,42 km² die größte Insel der Balearischen Inselgruppe. Sie liegt etwa 170 km vom spanischen Festland entfernt. Die genauen Daten sind 39°15’ 42’’ und 39°57’40’’ nördlicher Breite und 2°19’38’’ und 3°28’42’’ östlicher Länge. Die Küstenlänge beträgt mehr als 550 km. Von Osten nach Westen misst die Insel ca. 98 km und von Norden nach Süden ca. 78 km.

Die Insel wird in sechs Landschaftszonen aufgeteilt. Es sind die Zonen Serra de Tramuntana, Raiguer, Plà de Mallorca, Llevant, Migjorn und Palma.

Die Serra de Tramuntana ist die größte Region. Sie erstreckt sich parallel zur Nordwestküste der Insel. Es gibt 10 Berge, die mehr als 1000 Meter messen. Der höchste Berg ist der Puig Major mit 1445 Metern. Der Gebirgszug ist etwa 15 km breit und etwa 90 km lang. Er erstreckt sich von Sant Elm im Südwesten bis Cap Formentor im Norden. Der Name Tramuntana kommt von den kalten Nord- und Westwinden. Das Gebirge schützt vor genau diesen Winden den Rest der Insel. So kommen Regen und Kälte nicht so leicht ins Inselinnere. Im Winter ist es ein willkommener Schutz vor Kälte, im Sommer bedeutet es aber auch vermehrte Trockenheit. Auf den meist terrassenförmig angelegten Feldern an den Seitenhängen des Gebirges wachsen aufgrund des ausreichenden Wasservorkommens besonders Zitrusfrüchte. Besonders die Gegend um Soller hat sich damit einen Namen gemacht. Es werden aber auch Tomaten, Bohnen, Wein und anderes Gemüse und andere Früchte angebaut.

Es Raiguer nennt man die an die Serra de Tramuntana angrenzende Region, die sich zwischen der Halbinsel La Victoria und der Inselhauptstadt Palma befindet. Diese Region ist eine Übergangszone zwischen dem Gebirge und der flachen Ebene inmitten der Insel. Hier gibt es zwar ausreichend Wasser, aber wegen der Berge wenig Land, das sich zur Landwirtschaft eignet. Die größten Städte sind Marratxi, Inca und Alcudia. Inca bildet wegen seiner Schuh- und Lederfabriken das Zentrum der Region.

Die Region Plà de Mallorca grenzt an Es Raiguer und bildet die Ebene in der Mitte der Insel. Die höchste Erhebung des Plà ist der Berg Randa mit 542 Metern. Hier befindet sich die Kornkammer Mallorcas. Mit bis zu vier Ernten pro Jahr genießt sie den Schutz des Tramuntana Gebirges. Naturgemäß ist es hier im Sommer am wärmsten. Hierher kommen neben Korn auch die Früchte des täglichen Bedarfs. Es werden Kartoffeln, Mais, Gemüse und vor allem immer mehr Wein angebaut. Aber natürlich gibt es hier auch die großen Mandelplantagen, die im Frühjahr so wunderschön blühen. Seit einiger Zeit setzt sich auch in hier der Tourismus durch. Viele Fincas wurden zu Hotels des Agrotourismus umgebaut. Es ist dennoch die am dünnsten besiedelte Region Mallorcas. Lediglich im Norden ist Can Picafort als größerer Ort zu erwähnen. Hier sind die langen Strände das Ziel vieler Touristen. Ein besonderes Merkmal des Plà sind die vielen Windmühlen, die so charakteristisch für die ganze Insel Mallorca geworden sind.

Levant bedeutet zu Deutsch nichts anderes als Osten. Hier befindet sich ein Zweiter, wesentlich kleinerer Gebirgszug als das Tramuntana Gebirge im Westen. Es grenzt an die Region Plà im Westen. Es gibt lediglich drei Berge, die höher als 500 Meter sind. Mit 561 ist der Puig Morei der höchste Berg. Man nennt ihn auch Talaia Freda oder Puig d´en Morell. Er befindet sich im Massiv von Artà. An der Ostküste befinden sich zahlreiche kleine romantische Strandbuchten und Naturhäfen. Zu den bekanntesten Orten zählen Cala Ratjada, Cala Millor und Colonia de Sant Pere. Der Hauptort ist Manacor, der durch die Möbelindustrie und Kunstperlenfabrikation bekannt wurde. Hier leben auch mehr als die hälfte der Einwohner der Region.

Die südliche Fortsetzung des Plà ist die Region Migjorn. Sie beginnt bei S´Arenal und zieht sich bis nach Portocolom. Es ist eine eher flache Gegend. Der höchste Berg ist der 509 Meter hohe Puig Sant Salvador, der zur Gemeinde Felanitx gehört. Auf dem Berg steht das Kloster Santuari de Sant Salvador, von dem aus man bei klarem Wetter einen traumhaften Rundumblick über Mallorca hat. Der Berg ist die südliche Spitze der Serra de Levant. Die gesamte Region ist landwirtschaftlich geprägt. Campos ist das Zentrum. Heute spielen die Strandregionen aber eine größere Rolle als die landwirtschaftlichen Zonen. So hat mittlerweile der Ort Colonia de Sant Jordi über 3000 Gästebetten. Mit dem Strand von Es Trenc, der sechs Kilometer lang ist, hat der Ort einen hohen touristischen Stellenwert.

Die Region Palma ist die flächenmäßig kleinste Region der Insel. Sie grenzt im Westen an die Serra de Tramuntana, im Norden an Es Raiguer, im Norden an die Region Plá und im Südosten an die Region Migjorn. Sie ist zwar die flächenmäßig kleinste Region, hat aber mit ca. 375.000 Einwohnern die höchste Bevölkerungsdichte. Hier wohnen fast die hälfte der Einwohner Mallorcas. Palma, oder Ciutat de Mallorca ist der Nabel der Insel. Hier befindet sich momentan das wirtschaftliche und politische Zentrum der Balearen. Die Gründung der Stadt geht auf die Römer zurück. Sie wurde um 123 vor Christus gegründet.

Naturräume auf Mallorca



Auf Mallorca wurden verschiedene Naturräume unter Schutz gestellt. Leider wurden keine internationalen Maßstäbe und Bezeichnungen genommen, was von vielen Naturschützern reklamiert wird. Außerdem wurden aus wirtschaftlichen Gründen die Gemeinden Andraitx und Calviá völlig ausgenommen. Dennoch ist es gelungen, weite Teile unter Schutz zu stellen und den künftigen Generationen zu erhalten.

Einige dieser Naturgebiete sind:



  • S´Albufereta, das an Pollenca grenzt.

  • Monument de ses Font Ufanes mit ca. 52 ha Land

  • Monument natural dels torrents de Pareis, del Grog Blau i de Lluc mit ca. 445,80 ha Land

  • Teile der Serra de Tramuntana mit ca. 62.000 ha Land



Weitere Gebiete, die nach dem Naturraumgesetz geschützt wurden sind:



  • Area Natural Barrancs de Son Gual I Xorrigo

  • Area Natural Bonany

  • Area Natural Cala Mesquida – Cala Agulla

  • Area Natural Calles de Manacor

  • Area Natural Cala Sa Canova

  • Area Natural Cap de Ses Salines

  • Area Natural Cap Andritxol

  • Area Natural Cap des Llamp

  • Area Natural Cap de Cala Figuera-Refeubeig

  • Area Natural Cap Enderrocat

  • Area Natural Cap Vermell

  • Area Natural Dunes de Son Real

  • Area Natural Es Carnatege des Coll dén Rabassa

  • Area Natural Es Fangar

  • Area Natural Es Trenc-Salobrar de Campos

  • Area Natural Es Saluet

  • Area Natural Garriga de Son Caulelles

  • Area Natural La Victoria

  • Area Natural Massis de Randa

  • Area Natural Marina de Llucmajor

  • Area Natural Muntanyes d´Artà

  • Area Natural Puig de sa Consolació

  • Area Natural Platja de Mitjorn de Tramuntana

  • Area Natural Puig de Sant Marti

  • Area Natural Puig de Maria

  • Area Natural Puig de Sant Miquel

  • Area Natural Puig de Ses Donardes

  • Area Natural Puig de Son Segui

  • Area Natural Punta de n`Amer

  • Area Natural Puig de Segué

  • Area Natural Punta Prima

  • Area Natural Sa Dragonera

  • Area Natural Sa Punta Manresa

  • Area Natural Sa Punta de Capdepera

  • Area Natural Sant Salvador – Santuery

  • Area Natural Santa Magdalena

  • Area Natural Serra de Tramuntana

  • Area Natural S´Albufereta

  • Area Natural S´Heretat

  • Area Natural Serra de Son Fe

  • Area Natural Son Nofre

  • Area Natural Torrent de Na Borges

  • Area Natural Torrent de Canyamel



Die höchsten Berge der Insel sind:



  • 1445 Meter, Puig Major

  • 1365 Meter, Puig de Massanella

  • 1115 Meter, Tossals Verds

  • 1103 Meter, Puig Tomir

  • 1098 Meter, Puig de l`Ofre

  • 1068 Meter, Serra d`Alfábia

  • 1062 Meter, Puig des Teix

  • 1035 Meter, Puig de n`Ali

  • 1027 Meter, Puig de Galazó

  • 1002 Meter, Puig Roig



Klöster und Einsiedeleien


Bekanntlich liegen Weltweit Klöster und Einsiedeleien an den schönsten Orten dieser Welt. Auch auf Mallorca wird diese Regel befolgt. Daher ist es immer wieder ein Erlebnis diese Orte der Ruhe zu besuchen. Sie liegen in ruhigen und meist kaum bebauter Umgebung. Da sie fast alle auf Bergen liegen, hat man oftmals einen besonders guten Blick in die Umgebung.

Folgende Klöster und Einsiedeleien bieten sich an:

  • 540 Meter Höhe, Santuari de Cura auf dem Puig de Randa

  • 263 Meter Höhe, Santuari de Montision bei Porreres

  • 246 Meter Höhe, Eremita de Sant Miquel bei Montuiri

  • 317 Meter Höhe, Eremita de Bonany bei Petra

  • 510 Meter Höhe, Santuari de Sant Salvador bei Felanitx

  • 400 Meter Höhe, Eremita de Betlem bei Arta

  • 400 Meter Höhe, Eremita de la Victoria bei Alcudia

  • 333 Meter Höhe, Santuari des Puig de Maria bei Pollenca

  • 550 Meter Höhe, Santuari de Lluc bei Escra / Lluc

  • 304 Meter Höhe, Ermita de Santa Magdalena bei Inca

  • 540 Meter Höhe, Ermita de la Trinitat bei Valldemossa

  • 540 Meter Höhe, Cartoixa de Valdemossa in Valdemossa



Häfen


Mallorca verfügt über 43 Häfen mit 14.280 Liegeplätzen.

Die bekanntesten Häfen sind:

  • Cala d `Or

  • Cala Figuera

  • Cala Major

  • Can Picafort

  • Cala Ratjada

  • Colònia se Sant Jordi

  • Colònia de Sant Pere

  • Palma

  • Portocolom

  • Portals Nous / Puerto Portals

  • Portochristo

  • Port d`Alcudia

  • Port d`Andraitx

  • Port de Pollenca

  • Port de Sóller

  • S`Arenal



Wasserprojekte auf Mallorca


Es gibt auf Mallorca keine natürlichen Flüsse und Seen. Lediglich zu Zeiten starker Regenfälle füllen sich die Torrents mit Wasser und leiteten es früher in´s Meer. Heute hat man die künstlichen Stauseen Embassament de Cúber und Embassament des Grog Blau mit diesem kostbaren Süßwasser gefüllt. Man achtet aus streng darauf, kein Trinkwasser zu verschwenden. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren mehr und mehr Torrents in die Stauseen umgeleitet. Heute kann sich die Insel vollständig aus eigener Kraft mit Trinkwasser versorgen. Leider geht immer noch zu viel Wasser aus den Seen zum Endverbraucher durch defekte Wasserleitungen verloren. Des Weiteren verbraucht die Landwirtschaft zu viel Wasser, da es teilweise zu ungezielt eingesetzt wird. In Zeiten starker Trockenheit gibt es für die Trinkwasserversorgung eine Meerwasser Entsalzungsanlage, die eine Versorgung der Bevölkerung garantiert. Glücklicherweise wurde sie in den letzten Jahren nur selten gebraucht.

Gemeinden auf Mallorca


Es gibt 53 Gemeinden auf Mallorca. Dieses sind:
Alaró, Alcudia, Algaida, Andratx, Ariany, Artá, Banyalbulfar, Binissalem, Búger, Bunyola, Calviá, Campanet, Campos, Capdepera, Consell, Costix, Deia, Escora, Esporles, Estellencs, Felanitx, Fornalutx, Inca, Lloret de Vistalegre, Lloseta, Llubi, Llucmajor, Manacor, Mancor de la Vall, Maria de la Salut, Marratxi, Monturi, Muro, Palma, Petra, Polenca, Porrers, Puigpunyent, Santa Eugenia, Santa Margalida, Santa Maria del Cami, Santanyi, Sant Joan, Sant Llorenc des Cardassar, Sa Pobla, Selva, Sencelles, Ses Salines, Sineu, Sóller, Son Serva, Valldemossa und Vilafranca de Bonany.

Bevölkerung auf Mallorca


Die einheimischen nennen sich selbst Mallorquiner. Es leben (Stand 2007) 813.729 offiziel gemeldete Einwohner auf Mallorca. Am Stichtag lebten in der Hauptstdt Palma 383.107 Menschen. Die größten Gemeinden sind nach Palma die Orte Calviá mit 47.934 Einwohnern, Manacor mit 37.963 Einwohnern, Llucmajor mit 33.222 Einwohnern, Marratxi mit 31.120 Einwohnern, Inca mit 28.306 Einwohnern, Felanitx mit 17.443 Einwohnern, Alcudia mit 17. 435 Einwohnern, Pollenca mit 16.570 Einwohnern und Soller mit 13.194 Einwohnern. Der Ausländeranteil betrug im Jahr 2006 ca. 16,5%. Viele sind europäische Einwanderer, die hier zugezogen sind. Größere Zuwanderungen registriert man aber auch aus Argentinien, Ecuador und Marokko.

Geschichte von Mallorca & den balearischen Inseln


Genau datieren lässt sich die Besiedelung Mallorcas nicht. Einige Quellen gehen von 6.500 vor Christus aus, andere von 4.000 vor Christus. Beweisen lassen sich die ersten Funde von Knochensplittern und anderen menschlichen Überresten aus Höhlen in der Region von Soller (Muleta) und Valldemossa ( Son Matge) aus der Zeit 4.000 bis 2.000 vor Christus. Diesen Zeitraum nennt man Archaikum oder vorkeramische Zeit.
Erst ab 2.000 vor Christus gibt es zahlreichere Funde aus der Vor-Talayotkultur. Zu dieser Zeit lebten die Menschen noch immer in Höhlen, legten sie aber teilweise künstlich an. Man fand Gegenstände aus Kupfer, Bronze, Knochen, so wie bereits einfach dekorierte Keramikgegenstände. Die ersten hufeisenförmigen Steinbauten werden auf etwa 1.500 bis 1.300 vor Christus datiert. Es waren aus dicken Steinquadern gebaute Räume, wie man sie im gesamten Mittelmeerraum fand. Diese Bauform nennt man Zyklopentechnik. Da diese Technik bereits früher im östlichen Mittelmeerraum zu beobachten ist, gehen die Forscher davon aus, dass sie von Reisenden aus Malta, Sardinien und Korsika mitgebracht wurde.

Diese Zyklopen Bauten nennt man Talayots. Es sind Türme mit einem nutzbaren Innenraum in runder oder quadratischer Form. Welchen Nutzen sie wirklich hatten, ist nach wie vor Spekulation. Es könnten Wohnräume, Begräbnisstätten, aber auch Verteidigungsbauten gewesen sein. Die Zeit zwischen 1.300 bis 123 vor Christus nennt man Talayotikum. Der Name stammt aus dem katalanischen und bedeutet so viel wie Wachturm oder Beobachtungsturm. Diese Zeit wird in vier Perioden unterteilt.

Talayotikum I : einfache Zyklopen Bauten, wenig Informationen.

Talayotikum II nennt man die Zeit ab 1.000 vor Christus. Es wurden mehr und mehr bronzene Gegenstände gefunden. Die Türme erhielten Einfriedungen.

Talayotikum III nennt man die Zeit ab 800 vor Christus. Es begann die Eisenzeit. Neue Bauformen sind in den Siedlungen zu erkennen. Die ersten Feuerbestattungen und den Stierkult kann man nachweisen.

Talayotikum IV nennt man die Zeit um etwa 500 vor Christus. Mallorca bekam immer mehr Kontakt zu verschiedenen anderen mediterranen Völkern. Bereits 654 vor Christus gründeten die Karthager eine Handelsniederlassung auf der Insel Ibiza. Man nannte diese Insel damals Ibes oder Ebusim. Die Römer nannten sie Ebusus und die Griechen Ebusos. Durch immer mehr Kontakte mit griechischen und phönizischen Händlern kam auch Mallorca in den Machtbereich der Phönizier, die an der nordafrikanischen Küste nahe des heutigen Tunis zu Hause waren. So sind Keramikfunde zu erklären, für die punische und römische Formen gebraucht wurden. Durch die Handelsverbindungen mit den Karthagern bekamen die mallorquinischen Einwohner einen Ruf als besonders gute Steinschleuderer (Els Foners Balears). So wurden sie in die drei punischen Kriege von 264 und 146 vor Christus gegen Rom hineingezogen. Dieser Ruf festigte den Namen Balearen derart, dass der ursprüngliche Name der Inselgruppe „Gymnesische Inseln“ heute fast völlig in Vergessenheit geraten ist.
Im Dritten Punischen Krieg zwischen 149 und 146 vor Christus gewann Rom die Oberhand, Karthago ging unter und auf Mallorca entstand ein Machtvakuum, das von den Einwohnern zu Piratenüberfälle auf römische Schiffe genutzt wurde. Als Konsul Quintus Caecilius Metellus im Jahr 123 vor Christus sie Insel Mallorca besetzte, brachte er Ruhe und römische Ordnung auf die Insel. Ein Jahr später gründete er die heutige Hauptstadt Palma und 70 vor Christus wurde Pollentia, das heutige Alcudia gegründet. Der Konsul erhielt dafür den Beinamen Balearicus. Er brachte etwa 3.000 neue Siedler, meist aus der Region der heutigen Iberischen Halbinsel und Südfrankreichs mit. Es vermischten sich schnell die Besetzer mit der Urbevölkerung. Die Insel wurde romanisiert, Latein wurde zur Verwaltungssprache und bis heute kann man diesen Einfluss in der katalanischen Sprache nachweisen. Zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert nach Christus erfolgt die Christianisierung. Noch heute erkennt man bei den Bezeichnungen Insula Maior oder Maiorica für Mallorca und Insula Minor für Menorca den römischen Einfluss. Der ursprüngliche Name Columba für Mallorca ging über die Jahre verloren.
Mallorca erlebte unter der römischen Herrschaft rund 588 Jahre eine nicht gekannte Blüte. Weitere Städte wurden gegründet. Das heutige Sineu war wahrscheinlich das römische Sinium und das heutige Manacor (Cunium) sind nur zwei Beispiele. Die fruchtbaren Böden Mallorcas produzierten Weizen, Wein und ein besonders gutes Olivenöl. Hiermit wurde gehandelt und viel Geld verdient. Dieses Geld wurde in die Infrastruktur der Insel angelegt. So entstanden öffentliche Plätze, Theater, Bäder, Wasser- und Abwasserleitungen. Die strategisch günstige Lage der Balearen hielt sie lange Zeit aus den Krisenregionen der damaligen Welt heraus. Erst mit der Völkerwanderung war die friedliche Zeit vorbei.

Als 395 nach Christus das Römische Reich geteilt wurde, viel Mallorca zum Weströmischen Reich. Nach und nach vielen die Vandalen ein. Sie plünderten und zerstörten 426 unter König Geiserich Pollentia. 455 nach Christus besetzten und plünderten die Vandalen Rom. Sie besetzten anschließend mehrere Inseln im westlichen Mittelmeer. So kam 465 nach Christus Mallorca unter die Herrschaft der Vandalen, die aus Karthago heraus regierten.
Die Zeit der Vandalenherrschaft war durch Christenverfolgung gekennzeichnet. Zwar gab es auch christliche Vandalen, aber sie hatten eine afrikanische Glaubensrichtung. 484 nach Christus erließ König Hunerich sogar ein Gesetz, nachdem alle Einwohner der Insel zum Arianismus übertreten musste. Erst König Hilderich erlaubte 523 nach Christus den Katholizismus. Als dieser jedoch 530 nach Christus gestürzt wurde, gab es erneut Repressalien gegen die Katholiken. So wurden die Besetzer nie von den Einheimischen anerkannt. Dieses ist einer der Hauptgründe, warum es kaum Vermischungen zwischen den Kulturen gab. Als das Oströmische Reich die Vandalen 534 nach Christus besiegte, wurde auf Mallorca die Vandalenzeit ohne nennenswerte Spuren hinterlassen zu haben ausgelöscht. Mallorca gehörte für die kommenden 200 Jahre zum Oströmischen Reich und wurde aus Konstantinopel (dem früheren Byzanz) regiert. Die Randlage der Balearen zum Oströmischen Reich bescherte der Inselgruppe der Balearen eine gewisse Selbstständigkeit. So konnte sich der katholische Glauben wieder frei entfalten. Viele Veränderungen im Oströmischen Reich, wie zum Beispiel die Einführung der griechischen Sprache als Verwaltungssprache ging spurlos an den Balearen vorbei. Sie waren viel zu weit vom eigentlichen Reich entfernt. Im 7. Jahrhundert wurde Mallorca und seine Nachbarinseln sogar Zufluchtsort für Glaubensflüchtlinge aus dem arabischen Raum.

Bereits 707 nach Christus versuchten arabische Eroberer die Balearen zu erobern. Nachdem die Balearen weitgehend unabhängig von Byzanz wurden, schützte Frankreich ab Mitte des 8. Jahrhundert die Balearen vor Übergriffen. Im Jahr 813 nach Christus schützte der Graf von Apulien, der ein Gefolgsmann von König Bernhard von Italien (Enkel von Karl dem Großen) war, die Balearen vor arabischen Kriegern. Er befreite ca. 500 christliche Geiseln au den Händen der Arabern und handelte einen Nichtangriffspakt zwischen den Inselbewohnern und den Muslimen aus. Nachdem jedoch die Mallorquiner diverse muslimische Schiffe angriffen und plünderten, griffen die Araber unter Abd ar-Rahman II ( Emir von Cordobar) erneut an und handelten erneut einen Nichtangriffspakt gegen Tributzahlung an den Emir aus.

Im Jahr 859 nach Christus plünderten eine Flotte der Wikinger neben anderen Inseln auch Mallorca. Sie blieben jedoch nicht hier, sondern zogen nach der Plünderung weiter.
Nach über 50 Jahren Waffenstillstand eroberten dann doch die Araber unter General El Jaulani im Jahr 902 nach Christus Mallorca und gliederten es dem Emirat von Cordobar an. Vom zehnten bis dreizehnten Jahrhundert herrschten nun die Muslimen auf Mallorca. Vieles deutet noch heute auf diese Zeit hin. So lernten die Einwohner den Bau von Trockenmauern zur Errichtung von Terrassen, die landwirtschaftlich genützt werden konnten und das bewässern durch Gräben und Brunnen. Erst 1229 nach Christus werden die Mallorquiner durch Jaume I. von Aragón und Katalonien von den Arabern befreit.

Auf den Grundmauern der Muslimischen Moscheé in Palma ließ Jaume I. eine Kathedrale bauen und ließ sie der Jungfrau Maria weihen. Sein Sohn Jaume II. wurde König von Mallorca. Er ließ zahlreiche Residenzen und Paläste erbauen, die auch heute noch ein Zeichen der großen Blüte der Insel widerspiegelt. Erst als der Neffe des Königs (Jaume III.) in der Schlacht von Llucmajor ums Leben kam, verlor das Königreich Mallorca 1349 nach Christus seine Unabhängigkeit. Von nun an wird Mallorca durch die Herrscher von Aragón und später Spaniens beherrscht. Da beide Häuser katholisch waren, gab es keine Glaubensprobleme mehr. Mallorca behielt aber weiterhin weitgehend seine Selbstständigkeit. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts war diese Selbstständigkeit vorbei.

1936 gerät Mallorca im Bürgerkrieg in den Machtbereich der Falange.
Mit der Wiedereinführung der Demokratie in Spanien erlangte Mallorca 1983 seine Selbstständigkeit mit der Unterzeichnung des Autonomiestatutes zurück. Seitdem gibt es auf den balearischen Inseln jeweils einen eigenen administrativen Inselrat, der der autonomischen Regierung mit Sitz in Palma de Mallorca unterstellt ist.

Geschichtlicher Kalender für Mallorca




ca. 3.500 vor Christus
Erste Spuren menschlichen Lebens

ca. 1.500 vor Christus
Talayot Kultur

123 vor Christus
Annexion durch römische Truppen unter Caecillius Metellus Balearicus / Gründung von Palma und Pollentia, dem heutigen Alcudia

465 nach Christus
Eroberung durch die Vandalen

534 nach Christus
Eroberung durch oströmische Truppen

902 nach Christus
Eroberung durch die Araber

1229 nach Christus
Eroberung durch die Christen unter Jaume I

1276 nach Christus
Mallorca wird selbstständiges Königreich unter Jaume II

1349 nach Christus
Eroberung durch Pere IV. von Aragon

1936 nach Christus
Mallorca fällt zum Machtbereich der Fallange / Spanischer Bürgerkrieg

1978 nach Christus
Mallorca erhält durch die Zugehörigkeit zu Spanien die parlamentarische Monarchie

1983 nach Christus
Mallorca wird mit den anderen balearischen Inseln zusammen autonome Region



Wirtschaft auf Mallorca


Mallorca erwirtschaftet im Vergleich zum Rest Spaniens das höchste pro-Kopf –Einkommen. Hierfür ist der Tourismus verantwortlich. Mit rund 75% des gesamten Dienstleistungsbereiches lässt er die Einnahmen sprudeln. Danach kommt die Bauindustrie mit etwa 10% und die Landwirtschaft mit nur 2,5% des Bruttosozialeinkommens. Weniger interessant ist die Industrie auf Mallorca. Einige Bereiche sind jedoch sehr erfolgreich. So sind die Produktion von Modeschmuck und Schuhen weltweit bekannt und beliebt. Auch andere Zweige wie Glas und Lederverarbeitung erreichen große Beliebtheit. Weiterhin sind die Fischerei und der Abbau von Marmor zu nennen. Der Bergbau wurde allerdings mittlerweile eingestellt.

Der Tourismus erwirtschaftet das Haupteinkommen der Insel. Begann in den Sechziger Jahren der Tourismus mit etwa 360.00 Besuchern Jährlich, so waren es 2007 bereits 9,91 Millionen Touristen, die das Inselparadies besuchten.

Mallorcas Flughafen Son Sant Joan verzeichnete im Jahr 2007 ca. 23 Millionen Fluggäste. Etwa 9.9 Millionen Gäste waren Touristen. Etwa 98% der Touristen kommen per Flugzeug. Lediglich 203.000 Gäste reisten per Schiff an.
Insgesamt stehen den Touristen offiziel 286.400 Hotelbetten in ca. 1.600 Hotels zur Verfügung. Es wird mit einer Dunkelziffer von etwa 100.000 nicht gemeldeten Hotelbetten gerechnet.
Die Gäste kommen in aller Regel aus dem europäischen Einzugsbereich. Nach offiziellen Angaben kamen die Gäste demnach 2007 zu 35,8% aus Deutschland, zu 23,2% aus Großbritannien und 21,6% vom spanischen Festland. Auf die Schweiz kamen 2,3% und auf Österreich immerhin 1,5%.

Bevölkerung auf Mallorca


Stand 2007
Gemeldete Einwohner: 813.729
Gemeldete Einwohner in der Stadt Palma: 383.107
Gemeldete Einwohner in der Stadt Calviá: 47.934
Gemeldete Einwohner in der Stadt Llucmajor: 33.222
Gemeldete Einwohner in der Stadt Marratxi: 31.120
Gemeldete Einwohner in der Stadt Inca: 28.306
Gemeldete Einwohner in der Stadt Felanitx: 17.443
Gemeldete Einwohner in der Stadt Alcudia: 17.435
Gemeldete Einwohner in der Stadt Pollenca: 16.570
Gemeldete Einwohner in der Stadt Soller: 13.194
Ausländeranteil: ca. 16,4%

Sprache auf Mallorca


Die Amtssprache der Balearen ist laut Artikel 3 des Autonomiestatus spanisch (castellano) und katalan. Es besteht ein Diskriminierungsverbot einer dieser Sprachen. Beide Sprachen sollen von der Bevölkerung erlernt und gesprochen werden. Da es aber auf den einzelnen Inseln weitere Sprachvariationen gibt, werden als Amtssprache ebenfalls Mallorquinisch, Menorquinisch und Ibizenkisch gesprochen.

Durch die verschiedenen Sprachen auf Mallorca kommt es auch zu verschiedenen Schreibweisen bei den Gemeindenamen. So sind folgende Schreibweisen üblich:

spanisch:
katalanisch:

Andraitx
Andratx

Bunola
Bunyola

Costa de los Pinos
Costa dels Pins

Marrachi
Marratxi

Palma de Mallorca
Palma / Cituat de Mallorca

Playa de Formentor
Platja de Formentor

Playa de Palma
Platja de Palma

Puerto de Andraitx
Port d´Andratx

Puerto de Pollensa
Port de Pollenca

El Arenal
S´Arenal

San Juan
Sant Joan



Touristische Sehenswürdigkeiten auf Mallorca


Auf Mallorca findet jeder, was er sucht. Wer Natur sucht, wird sie finden, wer Geschichtlich oder Kulturel interessiert ist, wird ein breites Spektrum an interessanten Punkten finden. Bekannte Maler, Schriftsteller, Bildhauer und andere Künstler lebten und leben hier. Museen der verschiedenste Künste bieten ein breites Spektrum. Auch wurde in den letzten Jahren die touristische Infrastruktur stark ausgebaut. Daher ist die Insel auch nach vielen Besuchen immer wieder interessant. Neben einem ausgeprägten Nachtleben haben wir hier viele interessante Sehenswürdigkeiten zusammengetragen, die keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit hat.

Alte Festungen, Leucht- und Wehrtürme, Klöster, Kirchen und Herrensitze stehen an den schönsten Stellen der Insel.

  • Castell Bellver / Festung in Palma / toller Ausblick auf die Bucht von Palma

  • Castell d`Alaro / Festung aus dem 13. Jahrhundert in 825 Metern Höhe

  • Castell del Rei / Festung aus dem 13. Jahrhundert bei Pollenca in 475 Metern Höhe

  • Castell de Capdepera / Festung aus dem 13. Jahrhundert mit tollem Rundblick

  • Castell de Santueri / Kloster aus dem 14. Jahrhundert in 320 Metern Höhe mit tollem Weitblick

  • Cap de Formentor / der nördlichste Leuchtturm der Insel Mallorca ist hier zu besichtigen

  • Santuari de Lluc / Klosteranlage im Nordwesten der Insel Mallorca ( bei Escora )

  • Son Marroig / Herrensitz zwischen Deia und Valldemossa mit Traumblick auf das Tramuntana Gebirge

  • La Granja / Herrensitz im Herzen des Tramuntana Gebirges. Das Haus ist heute ein Museum. Es vermittelt die Lebensart der letzten 250 Jahre.

  • La Seu / Das Zentrum von Palma ist ohne Frage die Kathedrale. Sie ist das unumstrittene Wahrzeichen der Stadt.



Auf Mallorca befinden sich viele Höhlen, Gärten und geschützte Nationalparks. Einige von Ihnen sind der Öffentlichkeit zugänglich.

  • Coves d´Artá / Tropfsteinhöhle in der nähe von Artá

  • Coves del Drac / Tropfsteinhöhle mit großem unterirdischen See bei Portocristo. Hier gibt es in der Nähe auch noch die Coves dels Hams.

  • Weitere Höhlen findet man in Genova ( Vorort von Palma ) und zwischen Inca und Alcudia die Coves de Campanet.

  • Botanischer Garten von Soller

  • Botanicactus / Kakteengarten nahe Ses Salines

  • Cabrera / Insel Nationalpark mit Fischereiverbot

  • Sa Dragonera / Inselnationalpark vor Sant Elm

  • Torrent de Pareis / Sa Calobra / hier ist schon der Weg dorthin interessant



Eine große Anzahl an Museen und Galerien für Kunstliebhaber sind auf der gesamten Insel zu finden.

  • Es Baluard / modernes Museum in der Stadtmauer von Palma zeigt Moderne und zeitgenössische Kunst

  • Joan & Pilar Miro / Die Ateliers des bekannten spanischen Malers Joan Miro sind zusammen mit einem modernen Museum in Cala Major zu besichtigen.

  • Palao March / Der ehemalige Palast des Bankeninhabers March neben der Kathedrale in Palma zeigt wechselnde Ausstellungen.



Weitere interessante touristische Ziele sind unter anderem die historische Bahn ( „Der rote Blitz“ ) von Palma nach Soller und dann weiter nach Puerto Soller, das Planetarium von Mallorca, das sich in Costix befindet und die Ausgrabungen der Talayot – Siedlung bei Arta und der römischen Funde in Alcudia.